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Eine Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden (auteursrechtinbreuk) liegt vor, wenn jemand ein geschütztes Werk ohne Zustimmung des Urhebers (maker) oder Rechtsinhabers veröffentlicht oder vervielfältigt, auch in veränderter Form (Art. 1 und 13 Auteurswet). Der Rechtsinhaber kann dann Unterlassung (Art. 3:296 BW), Schadensersatz und die Herausgabe des Gewinns verlangen (Art. 27 und 27a Auteurswet).
Das Urheberrecht in den Niederlanden (auteursrecht) entsteht automatisch und ohne Registrierung. In diesem Beitrag erläutert unser auf Urheberrecht spezialisierter niederländischer Anwalt die wichtigsten Aspekte – insbesondere für Unternehmen, die in den Niederlanden tätig sind oder mit niederländischen Vertragspartnern zusammenarbeiten.
Was bedeutet eine Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden?
Eine Urheberrechtsverletzung (auteursrechtinbreuk) ist die unbefugte Vervielfältigung (verveelvoudiging) oder Veröffentlichung (openbaarmaking) eines geschützten Werkes, die dem Rechtsinhaber vorbehalten ist und ihm einen Anspruch auf Unterlassung sowie Schadensersatz eröffnet. Maßgeblich ist das niederländische Urheberrechtsgesetz (Auteurswet) in seiner seit dem 1. Januar 2026 geltenden Fassung. Konkret liegt eine Verletzung nämlich dann vor, wenn geschützte Elemente eines Werkes ohne Erlaubnis übernommen werden. Da das Urheberrecht in den Niederlanden formlos entsteht, benötigen Sie kein Copyright-Symbol und keine Eintragung, um sich darauf zu berufen – ein häufiger Irrtum bei grenzüberschreitenden Sachverhalten. Bei Unsicherheit prüft eine niederländische Anwältin oder ein niederländischer Anwalt gerne, ob in Ihrem Fall eine Rechtsverletzung vorliegt.
Wann entsteht ein Urheberrecht nach niederländischem Recht?
Ein Urheberrecht nach niederländischem Recht entsteht, sobald ein Werk (werk) mit einem eigenen, ursprünglichen Charakter und einem persönlichen Stempel des Schöpfers geschaffen wird – ganz ohne Anmeldung oder Gebühr. Beispiele sind ein Buch, ein Bauplan, ein Computerprogramm, ein Foto sowie jedes andere Erzeugnis aus dem Bereich der Literatur, Wissenschaft oder Kunst (Art. 10 Auteurswet). Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Die Form darf nicht einem anderen Werk entlehnt sein, und sie muss das Ergebnis kreativer Entscheidungen sein. Rein banale oder triviale Formen sind nicht geschützt. Diesen sogenannten Werktest (werktoets) hat der Hoge Raad, das höchste niederländische Gericht, näher erläutert (HR 30. Mai 2008, ECLI:NL:HR:2008:BC2153, Endstra). In der Praxis werden diese Anforderungen jedoch recht schnell erfüllt.
Wichtig für die Praxis: Der Schutz gilt automatisch, ist aber zeitlich begrenzt. Nach Artikel 37 Auteurswet erlischt das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, gerechnet ab dem 1. Januar des Jahres, das auf das Todesjahr folgt. Ist eine juristische Person oder Gesellschaft Urheber oder ist der Urheber nicht angegeben, läuft die Frist von 70 Jahren ab dem 1. Januar des Jahres nach der ersten rechtmäßigen Veröffentlichung (Art. 38 Auteurswet). Bei gemeinsamen Urhebern zählt der Tod des Längstlebenden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zum urheberrechtlichen Schutz in den Niederlanden.
Wann bin ich der Schöpfer (maker)?
Wenn Sie sich auf den Urheberrechtsschutz berufen wollen, müssen Sie der Schöpfer (maker) des Werkes oder dessen Rechtsnachfolger (rechtverkrijgende) sein, etwa nach einer Übertragung (Art. 1 Auteurswet). Der Schöpfer ist dabei die Person, die das geistige Werk geschaffen hat – und nicht diejenige, die lediglich die materielle Kopie angefertigt hat. Bis zum Beweis des Gegenteils gilt als Urheber, wer am oder im Werk als solcher angegeben ist oder, wenn eine solche Angabe fehlt, bei der Veröffentlichung als Urheber bekannt gegeben wurde (Art. 4 Auteurswet).
Von dem Grundsatz, dass das Urheberrecht automatisch dem Schöpfer zusteht, gibt es jedoch mehrere Ausnahmen:
- Wurde das Werk nach dem Entwurf einer anderen Person sowie unter deren Leitung und Aufsicht geschaffen, gilt diese Person als Urheber (Art. 6 Auteurswet).
- Besteht die Arbeit eines Arbeitnehmers gerade darin, bestimmte Werke zu schaffen, gilt der Arbeitgeber als Urheber dieser Werke – es sei denn, die Parteien haben etwas anderes vereinbart (werkgeversauteursrecht, Art. 7 Auteurswet). Für Werke von Auftragnehmern und freien Mitarbeitern gilt diese Regel nicht.
- Veröffentlicht eine öffentliche Einrichtung, ein Verein, eine Stiftung oder eine Gesellschaft ein Werk als eigenes, ohne eine natürliche Person als Urheber zu nennen, gilt sie als Urheber, es sei denn, die Veröffentlichung war unter diesen Umständen rechtswidrig (Art. 8 Auteurswet).
Gerade bei Auftragsarbeiten, freien Mitarbeitern und Agenturen entstehen daher regelmäßig Streitigkeiten über die Rechteinhaberschaft. Seit dem 1. Januar 2026 muss ein Vertrag, mit dem das Urheberrecht übertragen oder eine ausschließliche Lizenz erteilt wird, schriftlich geschlossen werden; für die Übertragung selbst ist weiterhin eine Urkunde (akte) nötig. Überträgt der Urheber selbst oder erteilt er eine ausschließliche Lizenz, umfasst das nur die Befugnisse, die ausdrücklich im Vertrag stehen oder sich notwendig aus ihm ergeben; das gilt nicht für Urheber nach Art. 7 und 8 (Art. 2 Abs. 3 und 5 Auteurswet). Wer die Verwertungsrechte klar regeln möchte, sollte diese vertraglich absichern – unser Team berät Sie hierzu im Rahmen des niederländischen Urheberrechts in Verträgen sowie bei der Lizenzierung Ihres Contents in den Niederlanden.
Wann liegt eine Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden vor?
Eine Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden liegt vor, sobald ein Dritter eines der beiden Exklusivrechte des Urhebers ohne Zustimmung ausübt: das Recht auf Vervielfältigung (verveelvoudiging) oder das Recht auf Veröffentlichung (openbaarmaking). Beide Rechte nennt Art. 1 Auteurswet, allerdings vorbehaltlich der gesetzlichen Beschränkungen (dazu unten). Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Unterschiede:
| Exklusivrecht | Niederländischer Begriff | Gesetzliche Grundlage | Typische Beispiele |
|---|---|---|---|
| Vervielfältigungsrecht | verveelvoudigingsrecht | Art. 1, 13 und 14 Auteurswet | Kopieren, Drucken, Bearbeiten, Übersetzen, Speichern |
| Veröffentlichungsrecht | openbaarmakingsrecht | Art. 1 und 12 Auteurswet | Buch auf den Markt bringen, öffentliche Zugänglichmachung im Internet, Aufführung; ein Hyperlink nur in bestimmten Fällen |
| Persönlichkeitsrechte | persoonlijkheidsrechten | Art. 25 Auteurswet | Namensnennung, Schutz vor Entstellung des Werkes |
Beim Vervielfältigungsrecht müssen in allen Fällen geschützte Elemente des Werkes von einem Dritten kopiert werden, damit eine Verletzung vorliegt. Keine Verletzung liegt vor, wenn die Bearbeitung als neues, ursprüngliches Werk anzusehen ist (Art. 13 Auteurswet); man spricht von freier Bearbeitung (vrije bewerking). Das muss von Fall zu Fall beurteilt werden. Keine Vervielfältigung ist außerdem eine vorübergehende, flüchtige oder begleitende Vervielfältigung, die integraler und wesentlicher Teil eines technischen Verfahrens ist, allein der Übertragung in einem Netz durch einen Vermittler oder einer rechtmäßigen Nutzung dient und keine eigenständige wirtschaftliche Bedeutung hat (Art. 13a Auteurswet), etwa beim Caching oder Browsing.
Beim Veröffentlichungsrecht wird das Werk auf irgendeine Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Möglich sind sowohl materielle als auch immaterielle Veröffentlichungen: Eine materielle Veröffentlichung ist etwa das Inverkehrbringen eines Buches, während eine immaterielle Veröffentlichung etwa die Zugänglichmachung im Internet ist (Art. 12 Abs. 1 Nr. 7 Auteurswet). Ein Hyperlink auf ein Werk, das mit Ihrer Zustimmung frei im Internet zugänglich ist, ist nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der EU in der Regel keine Veröffentlichung. Anders kann es sein, wenn der Link zu einem ohne Ihre Zustimmung eingestellten Werk führt und der Verlinkende das wusste oder wissen musste; wer mit Gewinnerzielungsabsicht verlinkt, bei dem wird diese Kenntnis vermutet (EuGH, Urteil vom 8. September 2016, C-160/15, GS Media). Sind Sie im Zweifel, ob eine Offenlegung durch einen Dritten vorliegt? Unsere Anwälte in den Niederlanden beraten Sie dazu.
Schließlich stehen Ihnen auch Persönlichkeitsrechte (persoonlijkheidsrechten) zu. Nach Art. 25 Auteurswet können Sie sich – auch nach einer Übertragung des Urheberrechts – unter anderem gegen eine Veröffentlichung ohne Ihren Namen und gegen andere Änderungen des Werkes wehren, es sei denn, der Widerspruch wäre unangemessen. Gegen eine Entstellung oder sonstige Beeinträchtigung, die Ihrer Ehre oder Ihrem Ruf schaden könnte, können Sie sich ohne diese Einschränkung wehren. Bei Fotos und Bildaufnahmen spielt zudem das Recht am eigenen Bild (portretrecht) eine Rolle – ein Aspekt, den wir in unserem Beitrag zum niederländischen Urheberrecht an Fotos näher erläutern.
Praxisbeispiel: kopierte Produktfotos und technische Zeichnungen
Ein vereinfachtes Beispiel: Ein deutscher Hersteller stellt fest, dass ein niederländischer Wettbewerber seine Produktfotos und technischen Zeichnungen nahezu identisch in einem Webshop übernommen hat. Haben diese Fotos und Zeichnungen einen eigenen, ursprünglichen Charakter und tragen sie den persönlichen Stempel ihres Urhebers, sind sie geschützt – automatisch, ohne Registrierung. Stehen dem Hersteller die Rechte zu (etwa als Arbeitgeber nach Art. 7 oder durch schriftliche Übertragung), kann er Unterlassung und Entfernung der Inhalte (Art. 3:296 BW), Schadensersatz und die Herausgabe des Gewinns verlangen (Art. 27 und 27a Auteurswet). Genau in solchen Konstellationen unterstützen unsere niederländischen Anwälte in Amsterdam Unternehmen dabei, ihre Rechte zügig durchzusetzen.
Welche gesetzlichen Beschränkungen kennt das niederländische Urheberrecht?
Das niederländische Urheberrechtsgesetz (Auteurswet) enthält mehrere gesetzliche Beschränkungen (beperkingen), bei denen eine an sich verletzende Handlung ausnahmsweise erlaubt ist. Diese Schranken sind in der Praxis entscheidend, weil sie eine vermeintliche Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden entfallen lassen können. Zu den wichtigsten Beschränkungen zählen namentlich:
- Zitatrecht (citaatrecht, Art. 15a Auteurswet) – Zitieren in einer Ankündigung, Besprechung, Polemik, wissenschaftlichen Abhandlung oder zu einem vergleichbaren Zweck, wenn das Werk rechtmäßig veröffentlicht wurde, das Zitieren nach den Regeln des gesellschaftlichen Verkehrs vertretbar ist, Anzahl und Umfang der Zitate durch den Zweck gerechtfertigt sind, die Persönlichkeitsrechte beachtet werden und die Quelle mit dem Namen des Urhebers, soweit möglich, deutlich genannt wird.
- Parodie-Ausnahme (parodie-exceptie, Art. 18b Auteurswet) – die Nutzung im Rahmen einer Karikatur, Parodie oder Pastiche, soweit sie nach den Regeln des gesellschaftlichen Verkehrs vertretbar ist.
- Privatgebrauch (privékopie/thuiskopie, Art. 16b und 16c Auteurswet) – einzelne Kopien einer natürlichen Person für die eigene Übung, das Studium oder den eigenen Gebrauch, ohne direkten oder indirekten kommerziellen Zweck. Für Unternehmen greift diese Schranke daher nicht.
- Unwesentliches Beiwerk (Art. 18a Auteurswet) – die zufällige Einbeziehung eines Werkes als Bestandteil von untergeordneter Bedeutung in ein anderes Werk.
Ob eine dieser Schranken in Ihrem Fall eingreift, lässt sich jedoch nur nach einer sorgfältigen Prüfung der Umstände beurteilen. Unsere auf niederländisches Recht spezialisierten Anwälte sagen Ihnen daher gerne, welche Beschränkungen konkret gelten.
Welche Schritte kann ich gegen eine Urheberrechtsverletzung einleiten?
Gegen eine Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden können Sie in mehreren, aufeinander abgestimmten Schritten vorgehen – von der außergerichtlichen Aufforderung bis zum gerichtlichen Eilverfahren. In der Regel empfiehlt sich folgender Ablauf:
- Beweissicherung: Dokumentieren Sie die Verletzung (Screenshots, Zeitpunkt, Umfang) und belegen Sie Ihre Urheberschaft. Machen Sie eine Verletzung hinreichend glaubhaft, kann der Eilrichter (voorzieningenrechter) eine Beweisbeschlagnahme (bewijsbeslag), eine genaue Beschreibung oder Probenahme erlauben, nötigenfalls ohne Anhörung der Gegenseite (Art. 1019b Rv).
- Abmahnung/Unterlassungsaufforderung (sommatie): Fordern Sie den Verletzer auf, die Nutzung zu unterlassen und die Inhalte zu entfernen.
- Einstweilige Verfügung (kort geding): Bei Eilbedürftigkeit erwirken Sie zügig ein Verbot – mehr dazu unter einstweilige Verfügung in den Niederlanden und Eilverfahren nach niederländischem Recht. Der Richter setzt dabei eine Frist für die Klage in der Hauptsache. Wird sie versäumt (ohne Frist: nach mindestens 31 Tagen, davon 20 Werktagen), kann der Gegner die Maßnahme durch eine Erklärung bei der Geschäftsstelle außer Kraft setzen (Art. 1019i Rv).
- Hauptsacheverfahren: Geltendmachung von Schadensersatz (schadevergoeding, Art. 27 Auteurswet; in passenden Fällen als Pauschalbetrag) und daneben Herausgabe des Gewinns (winstafdracht, Art. 27a). Außerdem können Sie die Herausgabe oder Vernichtung rechtsverletzender Waren sowie Auskunft über Herkunft und Vertriebswege verlangen (Art. 28 Auteurswet).
- Erweiterte Prozesskostenerstattung: In Verfahren über geistiges Eigentum wird die unterlegene Partei auf Antrag zur Erstattung der angemessenen und verhältnismäßigen Prozesskosten der Gegenseite, einschließlich der Anwaltskosten, verurteilt, es sei denn, die Billigkeit steht dem entgegen (Art. 1019h der niederländischen Zivilprozessordnung, Rv). Im gewöhnlichen Zivilprozess werden dagegen in der Regel nur Pauschalsätze erstattet.
Welche Folgen und Sanktionen konkret drohen, erläutern wir im Beitrag Welche Strafen drohen bei Urheberrechtsverletzung?. Wenn Sie Ihre Rechte an Software, Designs oder Know-how absichern möchten, sind auch der gewerbliche Rechtsschutz in den Niederlanden und der Schutz von Know-how und Geschäftsgeheimnissen relevant. Möchten Sie unmittelbar handeln? Nehmen Sie Kontakt mit unseren niederländischen Anwälten in Amsterdam auf – wir prüfen Ihren Fall kurzfristig.
Häufig gestellte Fragen zur Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden
Muss ich mein Urheberrecht in den Niederlanden registrieren lassen?
Nein. Das Urheberrecht entsteht mit der Schaffung des Werkes, ohne Registrierung oder Copyright-Vermerk (Art. 1 Auteurswet). Voraussetzung ist ein eigener, ursprünglicher Charakter und der persönliche Stempel des Urhebers (HR 30. Mai 2008, ECLI:NL:HR:2008:BC2153).
Ist ein Hyperlink auf mein Werk eine Urheberrechtsverletzung?
In der Regel nicht, wenn das Werk mit Ihrer Zustimmung frei im Internet zugänglich ist. Führt der Link zu einem ohne Zustimmung eingestellten Werk, kann er eine Veröffentlichung sein, wenn der Verlinkende das wusste oder wissen musste; bei Gewinnerzielungsabsicht wird diese Kenntnis vermutet (EuGH, C-160/15, GS Media).
Was kann ich bei einer Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden verlangen?
Unterlassung, Schadensersatz (Art. 27 Auteurswet), daneben die Herausgabe des Gewinns (Art. 27a), die Herausgabe oder Vernichtung rechtsverletzender Waren und Auskunft über Herkunft und Vertriebswege (Art. 28). Die unterlegene Partei trägt auf Antrag die angemessenen und verhältnismäßigen Prozesskosten, es sei denn, die Billigkeit steht entgegen (Art. 1019h Rv).
Ist eine Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden strafbar?
Ja, wenn sie vorsätzlich begangen wird: Art. 31 Auteurswet sieht Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe der vierten Kategorie vor. Wer vorsätzlich rechtsverletzende Gegenstände etwa öffentlich zum Vertrieb anbietet oder einführt, riskiert bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe der fünften Kategorie (Art. 31a); wer daraus einen Beruf oder ein Gewerbe macht, bis zu vier Jahre (Art. 31b).
Haftet eine Online-Plattform für Uploads ihrer Nutzer?
Ein Dienst zum Teilen von Online-Inhalten, der Nutzer-Uploads ordnet und mit Gewinnerzielungsabsicht bewirbt, veröffentlicht diese Werke selbst. Ohne Erlaubnis haftet er, es sei denn, er weist nach, dass er sich nach besten Kräften um eine Erlaubnis und um die Sperrung bemüht und gemeldete Werke nach einem hinreichend begründeten Hinweis schnell entfernt oder gesperrt und sich nach besten Kräften bemüht hat, ein erneutes Hochladen zu verhindern (Art. 29c Auteurswet). Gegen Vermittler kann der Richter außerdem anordnen, ihre Dienste für die Verletzung einzustellen (Art. 26d).
Primärquellen
- Auteurswet (geltende Fassung seit 1. Januar 2026): Art. 1, 2, 4, 6, 7, 8, 10, 12, 13, 13a, 15a, 16b, 16c, 18a, 18b, 25, 26d, 27, 27a, 28, 29c, 31, 31a, 31b und 37
- Wetboek van Burgerlijke Rechtsvordering: Art. 1019b, 1019h und 1019i
- Hoge Raad, 30. Mai 2008, ECLI:NL:HR:2008:BC2153 (Endstra), r.o. 4.5.1
- Gerichtshof der EU, Urteil vom 8. September 2016, C-160/15 (GS Media)
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