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Wer in den Niederlanden Texte, Software, Designs oder Fotos von Mitarbeitern, Freelancern oder Agenturen erstellen lässt, braucht klare Urheberrechtsklauseln. Seit dem 1. Januar 2026 muss eine Übertragung des Urheberrechts oder eine exklusive Lizenz schriftlich vereinbart werden (Art. 2 Abs. 3 Auteurswet). Diese Seite zeigt, welche Klauseln deutsche Unternehmen in niederländischen Verträgen brauchen und wo das Gesetz Grenzen setzt.
Urheberrechtlich geschützt ist ein Werk mit eigenem, ursprünglichem Charakter, das den persönlichen Stempel seines Schöpfers trägt; eine Registrierung gibt es nicht. Wie Sie eigene Inhalte an Dritte lizenzieren, erklärt die Seite Lizenzierung Ihres Contents in den Niederlanden. Den Überblick über alle Schutzrechte finden Sie unter Gewerblicher Rechtsschutz in den Niederlanden.
Wem gehört das Urheberrecht ohne vertragliche Regelung?
Ohne Vertrag gehört das Urheberrecht dem Schöpfer des Werks (Art. 1 Auteurswet). Wer für ein Logo, eine Website oder einen Text bezahlt, erwirbt damit noch kein Urheberrecht. Das ist die wichtigste Falle bei Aufträgen an Freelancer und Agenturen.
Das Gesetz kennt drei Ausnahmen:
- Arbeitnehmer: Besteht die Arbeit gerade im Herstellen bestimmter Werke, gilt der Arbeitgeber als Urheber, sofern nichts anderes vereinbart ist (Art. 7 Auteurswet). Werke außerhalb der Arbeitsaufgabe fallen nicht darunter.
- Entwurf und Leitung: Entsteht ein Werk nach dem Entwurf eines anderen und unter dessen Leitung und Aufsicht, gilt dieser als Urheber (Art. 6 Auteurswet).
- Veröffentlichung durch ein Unternehmen: Veröffentlicht ein Unternehmen ein Werk als eigenes, ohne eine natürliche Person als Urheber zu nennen, gilt es als Urheber, es sei denn, die Veröffentlichung war rechtswidrig (Art. 8 Auteurswet).
Für Produktdesigns gilt zusätzlich: Bei Arbeitnehmern und bei Aufträgen für eine gewerbliche Nutzung steht das Urheberrecht am Design dem Arbeitgeber oder Auftraggeber zu (Art. 3.29 BVIE). Alle anderen Fälle müssen Sie vertraglich regeln. Das gilt auch für Werke, die Mitarbeiter außerhalb ihrer eigentlichen Aufgabe schaffen, etwa ein Vertriebsmitarbeiter, der Produktfotos macht.
Welche Urheberrechtsklauseln gehören in einen Arbeitsvertrag?
Eine gute Klausel bestätigt die gesetzliche Regel und schließt deren Lücken. Sie erfasst Werke, die nicht zur Kernaufgabe gehören, und Bearbeitungen.
Für Werke, bei denen der Mitarbeiter selbst Urheber bleibt, brauchen Sie eine Übertragung. Sie muss schriftlich vereinbart und durch eine Akte geliefert werden (Art. 2 Abs. 3 Auteurswet; Art. 3:95 BW). Formulieren Sie die Übertragung deshalb im unterzeichneten Vertrag selbst, zum Beispiel: „Der Arbeitnehmer überträgt hiermit dem Arbeitgeber alle Urheberrechte an Werken, die er in Ausübung seiner Tätigkeit schafft, soweit diese Rechte nicht bereits nach Art. 7 Auteurswet dem Arbeitgeber zustehen.“
Die Urheberpersönlichkeitsrechte bleiben beim Urheber, auch nach einer Übertragung (Art. 25 Auteurswet). Auf das Recht auf Namensnennung kann er verzichten; auf das Recht, sich gegen Änderungen zu wehren, nur soweit es um Änderungen des Werks oder seines Titels geht (Art. 25 Abs. 3). Gegen eine Entstellung, die seiner Ehre oder seinem Ruf schadet, kann er sich immer wehren.
Regeln Sie außerdem die Rückgabe und Löschung von Unterlagen beim Ausscheiden und eine Geheimhaltungspflicht. Wie Sie Know-how zusätzlich schützen, steht auf der Seite Schutz von Know-how in den Niederlanden.
Wie sichern Sie Rechte gegenüber Freelancern und Agenturen?
Mit einer schriftlichen Übertragung oder einer schriftlichen exklusiven Lizenz, die jede geplante Nutzung ausdrücklich nennt. Bei einem Urheber, der eine natürliche Person ist, umfasst die Übertragung nur die Befugnisse, die im Vertrag stehen oder sich zwingend aus seinem Zweck ergeben (Art. 2 Abs. 3 Auteurswet).
| Übertragung | Exklusive Lizenz | Einfache Lizenz | |
|---|---|---|---|
| Wer ist danach Rechteinhaber? | Ihr Unternehmen | der Urheber | der Urheber |
| Form | schriftlicher Vertrag und Akte | schriftlicher Vertrag | keine besondere Form |
| Geeignet für | Logo, Website, Software, Kernprodukte | Kampagnen, Bilder für einen Zweck | gelegentliche Nutzung |
Nennen Sie im Vertrag die Nutzungsarten (Print, online, Social Media, Werbung), das Gebiet, die Dauer, das Recht zur Bearbeitung und zur Unterlizenzierung. Verlangen Sie eine Zusicherung, dass das Werk keine Rechte Dritter verletzt, und eine Freistellung für Ansprüche Dritter.
Welche Rechte behält der Urheber zwingend?
Bei Verträgen mit einem Urheber gelten seit Jahren besondere Schutzregeln, die Sie nicht abbedingen können:
- angemessene Vergütung, die im Vertrag zu bestimmen ist (Art. 25c Auteurswet), und ein Nachschlag, wenn die Vergütung in einem Missverhältnis zu den Erträgen steht (Art. 25d Auteurswet);
- mindestens jährliche Information über die Verwertung und die Erträge, mit Ausnahmen bei geringfügigen Beiträgen (Art. 25ca Auteurswet);
- Kündigungsrecht, wenn Sie das Werk nicht in ausreichendem Umfang verwerten; der Urheber kann auch nur die Exklusivität beenden (Art. 25e Auteurswet);
- Klauseln über künftige Werke für eine unangemessen lange oder unbestimmte Zeit und andere unzumutbar belastende Klauseln sind anfechtbar (Art. 25f Auteurswet).
Auf diese Rechte kann der Urheber nicht verzichten (Art. 25h Auteurswet). Wichtig für deutsche Auftraggeber: Die Regeln gelten unabhängig vom gewählten Recht, wenn ohne Rechtswahl niederländisches Recht anwendbar wäre oder die Verwertung ganz oder überwiegend in den Niederlanden stattfindet (Art. 25h Abs. 2). Eine Rechtswahl für deutsches Recht schützt Sie dann nicht. Die Schutzregeln gelten nicht, wenn der Arbeitgeber nach Art. 7 oder 8 als Urheber gilt (Art. 25b Abs. 3).
Sie lassen in den Niederlanden Inhalte, Designs oder Software erstellen und wollen sicher sein, dass die Rechte bei Ihnen liegen? Unsere deutschsprachigen Anwälte für gewerblichen Rechtsschutz in Amsterdam prüfen Ihre Verträge und formulieren die Klauseln nach niederländischem Recht.
Was gilt für Software und Quellcode?
Software ist als Werk geschützt (Art. 10 Abs. 1 Nr. 12 Auteurswet). Die Übertragung muss auch hier schriftlich vereinbart werden. Die Schutzregeln für Urheber aus Art. 25b bis 25h gelten für Computerprogramme dagegen nicht (Art. 45n Auteurswet).
Regeln Sie im Entwicklungsvertrag ausdrücklich:
- Übertragung der Rechte an Quellcode, Objektcode, Dokumentation und Zwischenversionen;
- Herausgabe des Quellcodes bei Lieferung oder eine Hinterlegung (Escrow) für den Fall der Insolvenz des Entwicklers;
- eine Liste aller Open-Source-Komponenten mit ihren Lizenzen, weil manche Lizenzen die Weitergabe des eigenen Codes verlangen;
- die Rechte an späteren Anpassungen und Updates, die der Entwickler für Sie erstellt.
Umgekehrt gilt: Wer ein Programm rechtmäßig erworben hat, darf es laden, anzeigen und Fehler beheben, soweit das für die vorgesehene Nutzung nötig ist; das kann ein Lizenzvertrag nicht verbieten (Art. 45j Auteurswet). Auch eine notwendige Sicherungskopie ist erlaubt (Art. 45k Auteurswet).
Wie regeln Sie Rechte bei gemeinsamen Projekten?
Arbeiten Ihr Team, eine Agentur und ein Fotograf an einer Kampagne, entstehen oft mehrere Rechte nebeneinander. Bei einem Werk aus getrennten Beiträgen gilt als Urheber des Gesamtwerks, wer es geleitet und beaufsichtigt hat, oder sonst, wer die Beiträge zusammengestellt hat; die Rechte an jedem Beitrag bleiben bestehen (Art. 5 Auteurswet).
Steht das Urheberrecht mehreren gemeinsam zu, kann jeder es durchsetzen, sofern nichts anderes vereinbart ist (Art. 26 Auteurswet). Über die Verwertung müssen sich die Miturheber dagegen in der Regel abstimmen; ein Beteiligter kann eine Verwertung dann blockieren. Vereinbaren Sie deshalb vor Projektbeginn schriftlich, auf wen die Rechte an allen Beiträgen übertragen werden, und lassen Sie jeden Beteiligten unterschreiben.
Worauf achten Sie bei Unternehmenskauf und Investition?
Prüfen Sie in der Due Diligence, ob alle wichtigen Werke wirksam auf das Zielunternehmen übertragen wurden. Bei Verträgen ab dem 1. Januar 2026 gehört dazu die Frage, ob eine schriftliche Vereinbarung vorliegt.
- Arbeitsverträge: Fallen die Werke unter Art. 7 Auteurswet oder gibt es eine Übertragung?
- Verträge mit Freelancern, Agenturen und Softwareentwicklern: schriftliche Übertragung und Akte vorhanden?
- Lizenzen an Dritte: Gibt es exklusive Lizenzen oder Kündigungsrechte nach Art. 25e?
- Laufende Streitigkeiten und Abmahnungen.
Lassen Sie sich im Kaufvertrag zusichern, dass alle aufgeführten Rechte dem Zielunternehmen gehören, und vereinbaren Sie eine Freistellung. Fehlende Übertragungen lassen sich oft noch vor dem Vollzug nachholen.
Wie setzen Sie vertragliche Urheberrechte durch?
Verletzt ein Vertragspartner die Klausel, haben Sie zwei Grundlagen: den Vertrag und das Urheberrecht. Aus dem Urheberrecht können Sie Unterlassung, Schadensersatz und die Herausgabe des Gewinns verlangen (Art. 27 und Art. 27a Auteurswet). Wie ein Verfahren abläuft, beschreibt die Seite Urheberrechtsverletzung in den Niederlanden.
Eine Vertragsstrafe erleichtert die Durchsetzung, weil Sie keinen Schaden nachweisen müssen (Art. 6:91 BW). Das Gericht kann eine Strafe aber herabsetzen, wenn die Billigkeit dies offensichtlich verlangt, nicht jedoch unter den gesetzlichen Schadensersatz (Art. 6:94 Abs. 1 BW). Wählen Sie deshalb eine Höhe, die zum Risiko passt.
Häufig gestellte Fragen zu Urheberrechtsklauseln in niederländischen Verträgen
Muss die Übertragung eines Urheberrechts in den Niederlanden schriftlich erfolgen?
Ja. Seit dem 1. Januar 2026 muss der Vertrag über eine Übertragung oder eine exklusive Lizenz schriftlich geschlossen werden; für die Übertragung selbst ist zusätzlich eine Akte nötig (Art. 2 Abs. 3 Auteurswet). Eine einfache Lizenz ist formfrei.
Gehören Werke meiner Mitarbeiter automatisch meinem Unternehmen?
In der Regel nur, wenn die Arbeit gerade im Herstellen solcher Werke besteht; dann gilt der Arbeitgeber als Urheber, sofern nichts anderes vereinbart ist (Art. 7 Auteurswet). Für Produktdesigns gilt Entsprechendes nach Art. 3.29 BVIE. Für andere Werke brauchen Sie eine schriftliche Übertragung.
Kann ich mit einem Freelancer einen vollständigen Buy-out vereinbaren?
Sie können alle Rechte übertragen lassen. Der Urheber behält aber zwingend den Anspruch auf eine angemessene Vergütung und auf einen Nachschlag bei einem Missverhältnis zu den Erträgen (Art. 25c, 25d und 25h Auteurswet). Für Software gilt das nicht (Art. 45n).
Hilft eine Rechtswahl für deutsches Recht gegen die niederländischen Schutzregeln?
Oft nicht. Die Regeln über Urheberverträge gelten unabhängig vom gewählten Recht, wenn ohne Rechtswahl niederländisches Recht anwendbar wäre oder die Verwertung überwiegend in den Niederlanden stattfindet (Art. 25h Abs. 2 Auteurswet).
Kann ein Urheber den Vertrag kündigen, wenn ich das Werk nicht nutze?
Ja, wenn Sie das Werk nicht in ausreichendem Umfang verwerten. Er muss Ihnen zuvor schriftlich eine angemessene Frist setzen; er kann auch nur die Exklusivität beenden (Art. 25e Auteurswet).
Primärquellen
- Auteurswet, Art. 1, 2, 5-8, 10, 25-27a (geltende Fassung, wetten.overheid.nl)
- Auteurswet, Art. 25b-25h (Urheberverträge) und Art. 45j, 45k, 45n (Software)
- Burgerlijk Wetboek, Art. 3:95 (Lieferung durch Akte)
- Burgerlijk Wetboek, Art. 6:91-6:94 (Vertragsstrafe)
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