Email  |   +31 20 – 210 31 38  |    NL    |    EN

Vertragsrecht Niederlande

blokje-maak-1.png

Erstellung eines internationalen Handelsvertrags: Was müssen Sie in den Niederlanden beachten?

Inhaltsverzeichnis

Ein internationaler Handelsvertrag regelt Rechte und Pflichten zwischen Geschäftspartnern aus verschiedenen Ländern, wobei Sie wählen, welches Recht anwendbar ist und welches Gericht bei Streitigkeiten zuständig wird. Die Rom I-Verordnung bietet innerhalb der Europäischen Union den rechtlichen Rahmen für grenzüberschreitende Handelsvereinbarungen. Unsere niederländischen Anwälte in Amsterdam besprechen die wichtigsten Angelegenheiten.

Bei grenzüberschreitenden Geschäften bringt jede Handelsbeziehung einzigartige juristische Herausforderungen mit sich. Deutsche Unternehmer, die international Verträge abschließen, entdecken schnell, dass ein einfaches Angebot oder ein kurzer Vertrag keine ausreichende rechtliche Grundlage bietet. Artikel 3:33 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (BW) bestimmt zwar das Zustandekommen von Vereinbarungen, jedoch spielt bei internationalen Geschäften zusätzlich europäisches Recht eine entscheidende Rolle. Die Rom I-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 593/2008) bildet nämlich das Fundament für die Bestimmung, welches nationale Recht auf Ihre vertraglichen Beziehungen innerhalb der EU anwendbar ist.

Daher erfordert internationales Vertragsrecht sorgfältige Vorbereitung. Ein unterzeichnetes Angebot bietet rechtliche Sicherheit, sofern es mindestens 15 wesentliche Punkte wie Produktbeschreibung, Preis und Lieferbedingungen erfüllt. Jedoch verlangen komplexe Geschäftsbeziehungen meist einen umfassenden Vertrag, der spezifische Details regelt. Die Wahl zwischen einem niederländischen Gericht oder Schiedsverfahren bestimmt anschließend, wie eventuelle Streitigkeiten entschieden werden.

Welche Rechtswahlklausel müssen Sie in Ihren internationalen Vertrag nach niederländischem Recht aufnehmen?

Die Rechtswahlklausel bestimmt, welches nationale Recht auf Ihren Vertrag anwendbar ist. Innerhalb der EU erkennt Artikel 3 der Rom I-Verordnung diese Vertragsfreiheit an, wobei Parteien frei zwischen beispielsweise niederländischem, deutschem oder französischem Recht für ihre gesamte Vereinbarung oder nur bestimmte Teile wählen.

Die Rechtswahl in internationalen Verträgen verhindert juristische Überraschungen im Nachhinein. Ohne ausdrückliche Klausel bestimmt die Rom I-Verordnung subsidiär, welches Recht gilt: Bei Verkauf beweglicher Sachen beispielsweise das Recht des Landes, in dem der Verkäufer seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Hierdurch entsteht Rechtsunsicherheit, die Sie einfach vermeiden, indem Sie selbst eine Wahl treffen.

Außerdem beeinflusst das gewählte Rechtssystem fundamental, wie Ihr Handelsvertrag ausgelegt wird. Niederländische Richter interpretieren Vereinbarungen nach dem Haviltex-Maßstab aus Artikel 3:296 BW: Alle relevanten Umstände werden berücksichtigt. Dagegen richten sich anglo-amerikanische Rechtssysteme primär auf den wörtlichen Vertragstext. Diese Interpretationsunterschiede erklären, warum amerikanische Verträge häufig umfangreicher sind als niederländische Äquivalente.

Juristische Experten raten überdies, steuerliche Aspekte einzubeziehen. Wenn Sie beispielsweise eine niederländische BV gründen müssen, wählen Sie logischerweise niederländisches Recht für alle damit zusammenhängenden Vereinbarungen. Dies verhindert Konflikte zwischen verschiedenen Rechtssystemen.

Wie bestimmen Sie, welches Gericht bei Streitigkeiten nach niederländischem Recht zuständig wird?

Eine Gerichtsstandsklausel regelt, welches Gericht Jurisdiktion über vertragliche Streitigkeiten hat. Sie wählen beispielsweise explizit das Gericht Amsterdam oder das Gericht Rotterdam, wodurch Sie verhindern, dass ein ausländisches Gericht niederländisches Recht nach möglicherweise abweichenden Grundsätzen interpretieren muss.

Die Gerichtsstandsklausel arbeitet eng mit Ihrer Rechtswahlklausel zusammen. Idealerweise wählen Sie das Gericht in dem Land, dessen Recht Sie gewählt haben. Wählen Sie niederländisches Recht, dann ist ein niederländisches Gericht die logische Wahl. Diese Abstimmung gewährleistet, dass Richter mit dem anwendbaren Rechtssystem vertraut sind.

Jedoch kann sich innerhalb von 48 Stunden nach Unterzeichnung ein Schiedsverfahren als klügere Option erweisen. Die Niederlande haben nämlich nicht mit allen Ländern ein gegenseitiges Abkommen über die Anerkennung gerichtlicher Urteile geschlossen. In solchen Fällen bietet ein Schiedsverfahren über beispielsweise das Niederländische Schiedsinstitut mehr Sicherheit. Schiedssprüche genießen internationale Anerkennung über das New Yorker Übereinkommen, wodurch die Vollstreckbarkeit gewährleistet bleibt.

Darüber hinaus verläuft ein Schiedsverfahren oft schneller als reguläre Gerichtsverfahren. Sachkundige Schiedsrichter entscheiden innerhalb vereinbarter Fristen, während gerichtliche Verfahren Jahre dauern können. Für Geschäftsstreitigkeiten, bei denen Zeit Geld kostet, wiegt dies schwer. Nehmen Sie daher rechtzeitig eine Schiedsklausel in Ihren Vertrag auf, da eine nachträglich vereinbarte Schiedsklausel oft schwieriger zu realisieren ist.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Gestaltung von Gerichtsstandsklauseln? Ein deutschsprachiger Anwalt in Amsterdam kann Ihre spezifische Situation analysieren und die optimale Strategie für Streitbeilegung empfehlen, ob durch niederländische Gerichte oder internationale Schiedsverfahren.

Was sind die Kernbestimmungen in einem internationalen Handelsvertrag nach niederländischem Recht?

Der internationale Handelsvertrag enthält wesentliche Klauseln, die Ihre Geschäftsbeziehung definieren. Erstens beschreiben Sie präzise, welches Produkt oder welche Dienstleistung Sie liefern. Vage Beschreibungen führen zu Streitigkeiten über Erfüllung. Anschließend regeln Sie den Preis, einschließlich Währung und eventuelle Preisanpassungsmechanismen bei Wechselkursschwankungen.

Außerdem bestimmen Lieferbedingungen nach den ICC Incoterms®, wer für den Transport verantwortlich ist und wann das Risiko übergeht. Die Wahl zwischen beispielsweise FOB (Free On Board) oder CIF (Cost, Insurance and Freight) hat direkte finanzielle Folgen. Diese standardisierten internationalen Lieferbedingungen verhindern Missverständnisse über Transportkosten und -risiken.

Überdies regeln Sie Zahlungsbedingungen, einschließlich Zahlungsfristen und eventuelle Sicherheiten wie Bankgarantien. Bei langfristiger Zusammenarbeit verdienen auch Rechte am geistigen Eigentum Beachtung. Schützen Sie Ihren Markennamen international durch Registrierung beim Amt für geistiges Eigentum, damit Geschäftspartner Ihre Marke nicht missbrauchen können.

Weiterhin nehmen 75% der niederländischen Exporteure eine Garantieklausel auf, die Produkthaftung regelt. Als Importeur sind Sie nämlich verantwortlich für Schäden, die durch fehlerhafte Produkte auf dem EU-Markt entstehen. Eine klare Verteilung der Haftung verhindert kostspielige juristische Verfahren.

Welche Rolle spielt das Wiener Kaufübereinkommen im niederländischen Recht bei internationalem Handel?

Das Wiener Kaufübereinkommen (CISG) regelt automatisch internationale Kaufvereinbarungen zwischen professionellen Parteien aus Vertragsstaaten, sofern Sie diese Anwendung nicht explizit in Ihrem Vertrag ausschließen. Dieses supranationale Abkommen hat Vorrang vor niederländischem nationalem Recht gemäß Artikel 93 der niederländischen Verfassung.

Das Wiener Kaufübereinkommen enthält einheitliche Regeln über Lieferung, Zahlungsverpflichtungen und Rechtsbehelfe bei Nichterfüllung. Jedoch weichen die Bestimmungen manchmal von niederländischer Rechtstradition ab. Beispielsweise kennt das Abkommen keine Verjährungsfristen wie Artikel 3:306 BW sie kennt (fünf Jahre). Stattdessen gilt ein separates Abkommen über Verjährung.

Deshalb entscheiden sich viele niederländische Unternehmer, das Wiener Kaufübereinkommen auszuschließen. Dies tun sie, indem sie explizit im Vertrag aufnehmen: „Die Anwendung des Wiener Kaufübereinkommens (CISG) wird ausgeschlossen.“ Anschließend gilt das gewählte nationale Recht vollständig, wodurch die Rechtssicherheit zunimmt.

Darüber hinaus interpretieren verschiedene Länder das Abkommen unterschiedlich, trotz des einheitlichen Textes. Diese Interpretationsunterschiede schaffen gerade die Rechtsunsicherheit, die das Abkommen zu lösen beabsichtigte. Juristische Berater raten daher oft, das Abkommen auszuschließen und explizit niederländisches Recht zu wählen.

Wie verhält sich ein Angebot zu einem endgültigen Vertrag nach niederländischem Recht?

Ein internationales Angebot bildet oft den ersten formellen Schritt. Dieses enthält wesentliche Informationen wie Produktspezifikationen, Preis, Lieferzeit und Allgemeine Geschäftsbedingungen. Sobald Ihr Geschäftspartner das Angebot unterzeichnet, entsteht eine verbindliche Vereinbarung nach Artikel 6:217 BW.

Jedoch schafft telefonische Annahme juristische Unsicherheit. Fordern Sie daher immer ein unterzeichnetes Angebot zurück, weil nur eine Unterschrift den Vertrag formell bekräftigt. Dieses unterzeichnete Angebot genügt juristisch für einfache Transaktionen.

Dennoch erfordern komplexe Geschäftsbeziehungen einen ausführlicheren Vertrag. Sie arbeiten dann das knappe Angebot in einen detaillierten Handelsvertrag aus, der spezifische Bestimmungen über Haftung, Vertragsstrafen und Beendigung enthält. Der Vertrag und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen bilden zusammen die vollständige Handelsvereinbarung.

Überdies können Sie Allgemeine Geschäftsbedingungen erstellen, die standardmäßig für alle Ihre internationalen Transaktionen gelten. Diese enthalten einheitliche Regeln über Zahlung, Lieferzeit und Garantie. Senden Sie diese Bedingungen mit jedem Angebot mit und verweisen Sie darauf in Ihren Verträgen. Beachten Sie jedoch: Allgemeine Geschäftsbedingungen müssen übersetzt werden und den gesetzlichen Anforderungen des Landes entsprechen, in dem Sie handeln.

Warum verdient Sprachgebrauch besondere Aufmerksamkeit in internationalen Verträgen nach niederländischem Recht?

Vertragsabschlüsse auf Englisch bringen Interpretationsrisiken mit sich. Juristische Begriffe haben nämlich unterschiedliche Bedeutungen in verschiedenen Rechtssystemen. Beispielsweise unterscheidet sich das englische ‚warranty‘ fundamental von einer niederländischen Garantie. Eine ‚warranty‘ ist im anglo-amerikanischen Recht eine vertragliche Zusicherung, deren Verletzung Anspruch auf Schadensersatz gibt. Eine ‚guarantee‘ dagegen betrifft oft eine Sicherheitsleistung durch eine dritte Partei.

Deshalb empfehlen juristische Spezialisten, bei komplexen Transaktionen zweisprachige Verträge zu erstellen. Sie verhindern damit, dass Interpretationsunterschiede zu Streitigkeiten führen. Außerdem verringern Sie Missverständnisse, die entstehen, weil Nicht-Muttersprachler englische Vertragstexte anders verstehen.

Weiterhin haben fatale Fristen unterschiedliche Bedeutungen. Nach niederländischem Recht ist jeder vereinbarte Zeitpunkt für Erfüllung automatisch fatal. Im anglo-amerikanischen Recht dagegen müssen Sie explizit aufnehmen, dass „time is of the essence“, um eine Frist fatal zu machen. Ohne diesen Zusatz kann die Gegenpartei dennoch verspätet leisten.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, einen Juristen mit Kenntnissen beider Rechtssysteme einzuschalten. Dieser Spezialist identifiziert potenzielle Fallstricke in der Übersetzung und sorgt dafür, dass juristische Begriffe korrekt verwendet werden. Die Investition in juristische Begleitung verhindert kostspielige Streitigkeiten im Nachhinein.

Lassen Sie sich von unserem deutschsprachigen Team beraten, um Ihre Rechte nach niederländischem Recht optimal zu schützen. Unsere Anwälte in Amsterdam verfügen über umfassende Erfahrung in internationalen Vertragsverhandlungen und mehrsprachiger Vertragsgestaltung.

Welche Rolle spielen Kulturunterschiede beim internationalen Vertragsabschluss in den Niederlanden?

Niederländische Geschäftskultur betont Formalität und schriftliche Festlegung. Auch amerikanische Geschäftspartner verwenden oft detaillierte Verträge, die jede Eventualität regeln. Jedoch wiegt in vielen asiatischen Ländern der Aufbau einer Vertrauensbeziehung schwerer als vertragliche Bestimmungen.

In Indonesien beispielsweise weckt zu schnelles Aufsetzen eines Vertrags manchmal Misstrauen. Geschäftskontakte werden erst durch persönliche Treffen und informelle Gespräche entwickelt. Erst danach folgt vertragliche Festlegung. Zu hastiges Vorgehen kann den Eindruck erwecken, dass Sie nur an direktem Umsatz interessiert sind, nicht an einer dauerhaften Beziehung.

Dennoch bleibt ein Vertrag wesentlich, auch in asiatischen Märkten. Das Timing und die Präsentation erfordern jedoch kulturelle Sensibilität. Vertiefen Sie sich daher vorab in die Geschäftskultur des Landes, in dem Sie tätig sind. Unternehmerorganisationen wie Evofenedex und das Netherlands Business Support Office bieten länderspezifische Beratung.

Überdies bevorzugen indonesische Geschäftspartner einvernehmliche Lösungen gegenüber juristischen Verfahren. In den Niederlanden schützen Sie sich vertraglich gegen Streitigkeiten. In Indonesien dagegen wird erwartet, dass eine starke Vertrauensbasis dafür sorgt, dass Parteien Konflikte gemeinsam lösen, ohne Einschaltung von Juristen. Nehmen Sie diesen kulturellen Unterschied in Ihre Verhandlungsstrategie auf.

Wie verhindern Sie Streitigkeiten nach niederländischem Recht und was tun Sie, wenn diese entstehen?

Auch ein sorgfältig erstellter Vertrag garantiert keine streitfreie Zusammenarbeit. Kulturelle Missverständnisse oder unerwartete Ereignisse können dennoch zu Konflikten führen. Treten Sie daher immer zuerst in Gespräch mit Ihrem Geschäftspartner, vorzugsweise mit einem Vermittler, der die lokale Kultur kennt.

Mediation bietet eine Alternative zu kostspieligen gerichtlichen Verfahren. Ein unabhängiger Mediator hilft Parteien zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Dies spart nicht nur Kosten, sondern auch die Geschäftsbeziehung bleibt oft intakt. In den Niederlanden haben 85% der Mediationsverfahren einen erfolgreichen Ausgang.

Falls Mediation nicht gelingt, bietet ein Schiedsverfahren eine schnellere Lösung als Gerichtsverfahren. Nehmen Sie eine Schiedsklausel in Ihren Vertrag auf, in der Sie beispielsweise das Niederländische Schiedsinstitut benennen. Schiedsrichter entscheiden innerhalb vereinbarter Fristen, wobei ihre Entscheidung international vollstreckbar ist über das New Yorker Übereinkommen.

Jedoch bleibt Vorbeugung besser als Heilung. Investieren Sie daher vorab in klare vertragliche Vereinbarungen. Spezifizieren Sie genau, was Sie von Ihrem Geschäftspartner erwarten und welche Rechtsbehelfe bei Nichterfüllung verfügbar sind. Konkrete Beispiele verdeutlichen abstrakte Bestimmungen. Beispielsweise: „Bei Lieferung später als 14 Tage nach vereinbartem Datum verwirkt der Lieferant eine Strafe von 500 € pro Tag mit einem Maximum von 15.000 €.“

Praxisbeispiel: Niederländischer Exporteur in Streit mit deutschem Abnehmer nach niederländischem Recht

Ein Amsterdamer Hersteller von Industrieausrüstung schloss einen Vertrag mit einem deutschen Abnehmer im Wert von 85.000 € ab. Der Vertrag verwies auf Allgemeine Geschäftsbedingungen, enthielt jedoch keine Rechts- oder Gerichtsstandsklausel. Der deutsche Abnehmer weigerte sich nach Lieferung zu zahlen, mit der Begründung, dass die Ausrüstung nicht den Spezifikationen entsprach.

Weil der Vertrag keine Rechtswahl enthielt, musste nach der Rom I-Verordnung bestimmt werden, welches Recht galt. Als Verkäufer hatte der niederländische Unternehmer seinen gewöhnlichen Aufenthalt in den Niederlanden, wodurch niederländisches Recht anwendbar wurde. Jedoch musste das Verfahren vor einem deutschen Gericht geführt werden, weil dieses aufgrund der Europäischen Verordnung Brüssel I-bis zuständig war.

Das deutsche Gericht musste anschließend niederländisches Recht interpretieren, was zu Verzögerungen und zusätzlichen juristischen Kosten führte. Außerdem entstand Unsicherheit über die Interpretation der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Schließlich dauerte das Verfahren zwei Jahre und kostete den niederländischen Unternehmer 23.000 € an Anwaltskosten.

Dieses Beispiel illustriert die Bedeutung klarer Rechts- und Gerichtsstandsklauseln. Hätte der Vertrag explizit niederländisches Recht und das Gericht Amsterdam benannt, wäre das Verfahren schneller und vorhersehbarer verlaufen. Darüber hinaus hätte eine Schiedsklausel möglicherweise zu einer Lösung innerhalb von sechs Monaten geführt.

Welchen zusätzlichen Schutz benötigen Sie nach niederländischem Recht?

Geistiges Eigentum verdient besondere Aufmerksamkeit bei internationalem Handel. Bringen Sie Produkte unter Ihrem eigenen Markennamen auf den Markt (Private Label), registrieren Sie dann Ihre Marke international. Das Benelux-Amt für geistiges Eigentum bietet Schutz innerhalb der Benelux-Länder, aber für weltweiten Handel benötigen Sie eine internationale Markenregistrierung über das WIPO-System.

Außerdem regelt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), wie Sie mit personenbezogenen Daten innerhalb der EU umgehen müssen. Dieses europäische Datenschutzgesetz gilt auch für niederländische Unternehmer, die Geschäfte mit Kunden in anderen EU-Ländern tätigen. Verarbeiten Sie personenbezogene Daten daher nach DSGVO-Grundsätzen und nehmen Sie eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung auf, wenn Sie Daten mit Geschäftspartnern teilen.

Weiterhin bringt Produkthaftung erhebliche Risiken mit sich. Als Importeur sind Sie verantwortlich für Schäden durch fehlerhafte Produkte, selbst wenn diese im Ausland hergestellt wurden. Diese Haftung kann finanziell weitreichende Folgen haben. Schließen Sie daher eine Produkthaftpflichtversicherung ab und nehmen Sie klare Garantieklauseln in Ihren Vertrag auf.

Überdies erfordern verschiedene Länder spezifische Zertifizierungen für Produktsicherheit. Überprüfen Sie vorab, welche Prüfzeichen in Ihrem Zielmarkt notwendig sind. Das CE-Kennzeichen genügt innerhalb der EU, aber Länder außerhalb Europas handhaben oft eigene Normen. Die niederländische Agentur für Unternehmen RVO bietet Informationen über länderspezifische Produktanforderungen.

Warum ist professionelle juristische Beratung durch einen deutschsprachigen Anwalt in Amsterdam unverzichtbar?

Das internationale Vertragsrecht kombiniert mehrere Rechtsgebiete: niederländisches Schuldrecht, europäische Verordnungen und ausländisches Recht. Diese Komplexität macht es nahezu unmöglich, ohne juristische Expertise einen wasserdichten Vertrag zu erstellen. Kleine Fehler haben große Folgen, wie das obige Praxisbeispiel zeigt.

Deshalb investieren erfolgreiche internationale Unternehmer vorab in juristische Begleitung. Ein spezialisierter Jurist identifiziert potenzielle Fallstricke und strukturiert Ihren Vertrag nach besten Praktiken. Außerdem verhindert professionelle Beratung, dass Sie unbewusst ungünstigen Bedingungen zustimmen, wenn Ihr Geschäftspartner einen Vertrag vorlegt.

Weiterhin entwickelt sich das internationale Handelsrecht kontinuierlich. Neue europäische Verordnungen und internationale Abkommen beeinflussen regelmäßig bestehende rechtliche Rahmen. Ein juristischer Berater bleibt über diese Entwicklungen auf dem Laufenden und passt Ihre Verträge entsprechend an.

Darüber hinaus variiert die Qualität von Musterverträgen erheblich. Standardverträge der Internationalen Handelskammer Niederlande bieten eine solide Basis, erfordern jedoch Maßanfertigung für Ihre spezifische Situation. Ein Jurist passt diese Modelle Ihrer geschäftlichen Realität an.

Kontaktieren Sie unsere Kanzlei für persönliche Beratung durch einen deutschsprachigen Anwalt in Amsterdam zu Ihren internationalen Verträgen. Unsere Spezialisten beurteilen Ihre aktuellen Verträge, identifizieren juristische Risiken und erstellen maßgeschneiderte Vereinbarungen, die Ihre geschäftlichen Interessen optimal schützen im internationalen Rechtsverkehr nach niederländischem Recht.

Häufig gestellte Fragen

Warum sollte ich eine Rechtswahlklausel in meinen internationalen Handelsvertrag aufnehmen?

Eine Rechtswahlklausel verhindert juristische Überraschungen, indem sie bestimmt, welches nationale Recht auf Ihren Vertrag anwendbar ist. Ohne ausdrückliche Wahl entscheidet die Rom I-Verordnung subsidiär über das anwendbare Recht, was zu Rechtsunsicherheit führt. Die gewählte Rechtsordnung beeinflusst fundamental die Vertragsauslegung: Niederländische Gerichte berücksichtigen alle relevanten Umstände nach dem Haviltex-Maßstab, während anglo-amerikanische Systeme sich primär am Vertragstext orientieren. Daher empfehlen Experten, bewusst ein Rechtssystem zu wählen, das zu Ihrer Geschäftsstruktur passt.

Welche Vorteile bietet ein Schiedsverfahren gegenüber einem regulären Gerichtsverfahren bei internationalen Handelsstreitigkeiten?

Schiedsverfahren bieten internationale Vollstreckbarkeit durch das New Yorker Übereinkommen, was besonders wichtig ist, wenn keine gegenseitigen Abkommen über die Anerkennung gerichtlicher Urteile zwischen Ländern bestehen. Sachkundige Schiedsrichter entscheiden innerhalb vereinbarter Fristen, während gerichtliche Verfahren Jahre dauern können. Bei Geschäftsstreitigkeiten, wo Zeit Geld kostet, wiegt dieser Zeitvorteil schwer. Allerdings müssen Sie die Schiedsklausel rechtzeitig im Vertrag aufnehmen, da eine nachträgliche Vereinbarung oft schwieriger zu realisieren ist.

Was regelt das Wiener Kaufübereinkommen und wie kann ich dessen Anwendung ausschließen?

Das Wiener Kaufübereinkommen (CISG) regelt automatisch internationale Kaufvereinbarungen zwischen professionellen Parteien aus Vertragsstaaten und hat Vorrang vor niederländischem nationalem Recht. Es enthält einheitliche Regeln über Lieferung, Zahlungsverpflichtungen und Rechtsbehelfe bei Nichterfüllung, weicht jedoch manchmal von niederländischer Rechtstradition ab. Beispielsweise kennt es keine Verjährungsfristen wie das niederländische BW. Sie können die Anwendung des CISG explizit in Ihrem Vertrag ausschließen, wenn Sie die Anwendung rein nationalen Rechts bevorzugen.


Verwandte Artikel

Niederländische Anwälte für Vertragsrecht

Als niederländische Anwaltskanzlei mit Sitz in Amsterdam verfügen unsere Anwälte über umfassende Erfahrung im niederländischen Vertragsrecht (niederländisches Vertragsrecht, Handelsverträge, Vertragsprüfung, Vertragsverhandlungen, Geschäftsbedingungen).

Ob es um die Gestaltung wasserdichter Verträge nach niederländischem Recht, die Prüfung grenzüberschreitender Vereinbarungen oder die Durchsetzung Ihrer vertraglichen Rechte in den Niederlanden geht – unsere Anwälte in Amsterdam stehen Ihnen als zuverlässige Partner zur Seite. Unsere spezialisierten Anwälte kombinieren juristische Präzision mit wirtschaftlichem Verständnis, um Ihre Interessen optimal abzusichern.

Nehmen Sie noch heute unverbindlich Kontakt mit uns auf – per E-Mail unter mail@maakadvocaten.nl oder telefonisch unter +31(0)202103138.

Wir freuen uns darauf, Sie bei Ihren vertragsrechtlichen Anliegen in den Niederlanden zu unterstützen.

Diese Informationen stellen keine Rechtsberatung dar. Für eine persönliche Beratung wenden Sie sich bitte an unsere Anwaltskanzlei in den Niederlanden.

Verwandte Artikel

Was suchen Sie?