Inkassoverfahren in den Niederlanden

Einleitung eines Inkassoverfahrens gegen eine niederländische Partei

Ausgangspunkt für den Abschluss eines (Handels-) Vertrags ist, dass die Parteien ihre eingegangenen Pflichten erfüllen. In der Regel übernimmt eine der beiden Parteien eine Zahlungsverpflichtung bei Abschluss eines Handelsabkommens, die andere stellt eine Ware oder Dienstleistung bereit. Es kommt vor, dass eine Partei (der Schuldner) ihrer Zahlungsverpflichtung nicht (rechtzeitig) nachkommt. Der Grund dafür kann eine Streitigkeit über die angebotenen Waren oder Dienstleistungen, also über die Pflichterfüllung sein, aber es kommt auch regelmäßig vor, dass der Schuldner einfach nicht bezahlen kann (oder will). In beiden Fällen kann im Auftrag Ihres Unternehmens ein Inkassoverfahren in den Niederlanden in Gang gesetzt werden, bei dem die Zahlung Ihrer ausstehenden Rechnungen erfolgt. Wie ein solches Inkassoverfahren in den Niederlanden abläuft, wird untenstehend durch die Rechtsanwälte von MAAK Advocaten näher erläutert.

Mahnschreiben und inkassoverfahren in den Niederlanden

Im Falle eines Inkassoverfahrens senden wir normalerweise zuerst ein Mahnschreiben an den Schuldner in der dieser zur Begleichung der offenstehenden Beträge aufgefordert wird. Der offenstehende Rechnungsbetrag wird als Hauptsumme bezeichnet. Die Hauptsumme macht zusammen mit den gesetzlichen Zinsen (und, falls geschuldet, den außergerichtlichen Inkassokosten) die Forderungssumme aus. Im Mahnschreiben in den Niederlanden wird auch angegeben, ab welchem ​​Zeitpunkt der anderen Partei das gesetzliche Handelszinsen zusteht und wie hoch die Zinsen zu diesem Zeitpunkt sind.

Gerichtsverfahren in den Niederlanden oder Vergleich anstreben

Nach dem Mahnschreiben kann das Inkassoverfahren auf verschiedene Arten fortgesetzt werden. Idealerweise wird eine Forderung einschließlich gesetzlicher Zinsen direkt vom Schuldner bezahlt. Ist dies nicht der Fall, hängt der Fortgang des Inkassoverfahrens nicht nur von der Reaktion des Schuldners ab, sondern auch von den Wünschen des Mandanten. Die Anwälte von MAAK Advocaten können Sie auf Deutsch zum niederländischen Recht beraten und ohne ein Dazwischenkommen eines Übersetzers, mit niederländischen Schuldnern korrespondieren. Das macht ein Inkassoverfahren in den Niederlanden zu einem effizienten Mittel Ihre offenstehenden Forderungen einzutreiben.

Gerichtsverfahren in Holland einleiten

Wenn der Schuldner nach der ersten Mahnung nicht zahlt, kann grundsätzlich ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden. Wenn Ihre Forderung zulässig ist, können wir in Ihrem Namen die Kosten für das beabsichtige Verfahren teilweise vom Schuldner zurückfordern. Unter die Verfahrenskosten fallen beispielsweise Gerichtsgebühren und Anwaltskosten.

Wird die Forderung vom Schuldner nicht bestritten oder sogar anerkannt kann auch ein Eilverfahren zum vorläufigen Rechtsschutz angestrebt werden. Im niederländischen auch als kort geding bezeichnet. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass in der Regel mit einer schnellen Entscheidung des Gerichts gerechnet werden kann.

Nachdem die Forderung vom Gericht genehmigt wurde hat der Schuldner die Möglichkeit die Forderung (und eventuell weitere Kosten) zu begleichen. Wenn der Schuldner die Forderung auch dann nicht bezahlt, werden wir einen Gerichtsvollzieher mit dem Fall betrauen. Der Gerichtsvollzieher kann, unter anderem bewegliches und unbewegliches Vermögen des Schuldners, aber auch das Bankkonto des Schuldners pfänden. Durch die sogenannte „Vollstreckungspfändung“ wird der Schuldner schlussendlich doch dazu gebracht, die geschuldete Summe zu begleichen sollte er weiterhin nicht bereit sein freiwillig zu bezahlen.

Vergleichsvereinbarungen in den Niederlanden

Es ist auch möglich, zu einem Vergleich mit dem Schuldner zu erzielen. In diesem Fall kann Ihr Unternehmen vorschlagen, auf einen Teil der Forderung zu verzichten, wenn der Schuldner dafür den Restbetrag direkt bezahlt. Immerhin lautet die Devise manchmal „Besser als nichts“. Eine Form der Vergleichsvereinbarung in den Niederlanden ist eine Zahlungsvereinbarung, bei der ein Schuldner die Forderung teilweise an Ihr Unternehmen abzahlt. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass solche Zahlungsvereinbarungen von Schuldnern häufig nicht (oder nur unzureichend) erfüllt werden. Es ist daher wichtig, in einer Zahlungsvereinbarung festzuhalten, dass, sollte der Schuldner eine Rate nicht rechtzeitig leisten, die gesamte Forderung vollständig und sofort fällig wird. In diesem Fall ist es nämlich noch möglich, ein Gerichtsverfahren einzuleiten, um die Zahlung des geltend gemachten Betrags auf diese Weise zu erwirken.

Niederländischer Fachanwalt spezialisiert auf Inkasso

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