Greenwashing durch einen Wettbewerber schadet Ihrer Marktposition, indem Verbraucher durch falsche Nachhaltigkeitsbehauptungen irregeführt werden. Sie können rechtlich vorgehen durch ein einstweiliges Verfügungsverfahren, Meldung bei der niederländischen Wettbewerbsbehörde ACM oder Beschwerde beim niederländischen Werberat, um irreführende Werbeaussagen zu stoppen und gegebenenfalls Schadensersatz zu fordern. Unsere niederländischen Anwälte in Amsterdam besprechen die wichtigsten Angelegenheiten.
Irreführende Nachhaltigkeitsbehauptungen stören das Wettbewerbsverhältnis zwischen Unternehmen erheblich. Wenn ein Wettbewerber sich nachhaltiger darstellt als tatsächlich der Fall ist, gewinnt er Kunden auf Basis falscher Informationen. Dieses Phänomen kostet ehrliche Unternehmen Marktanteile und untergräbt das Vertrauen in Nachhaltigkeitsaussagen. Das Gericht Amsterdam urteilte 2024, dass verschiedene Werbeaussagen von KLM über Umweltvorteile irreführend und rechtswidrig waren. Dieses Urteil zeigt, dass niederländische Richter irreführende Umweltbehauptungen ernst nehmen.
Was ist Greenwashing nach niederländischem Recht?
Greenwashing ist eine Form irreführender Werbung, bei der Unternehmen sich nachhaltiger darstellen als sie tatsächlich sind, indem sie falsche oder unvollständige Umweltbehauptungen aufstellen. Die Umsetzung der Europäischen Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken im niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuch bildet den rechtlichen Rahmen für die Beurteilung solcher Umweltbehauptungen. Gemäß dieser Regelung müssen Nachhaltigkeitsaussagen der Wahrheit entsprechen und dürfen nicht mit falschen Informationen einhergehen.
Beispiele für Greenwashing sind:
- Ein Energieversorger behauptet, der Großteil des grünen Stroms in den Niederlanden werde dort erzeugt, während tatsächlich nur 20% niederländisch sind
- Eine Bekleidungswebsite mit Filter „Nachhaltigkeit“ ohne Erklärung, was an den ausgewählten Produkten nachhaltig ist
- Eine Milchverpackung mit „30% weniger CO2-Ausstoß“ ohne Verdeutlichung, dass dies nur für die Verpackung gilt
Darüber hinaus müssen Behauptungen auf soliden, unabhängigen und verifizierbaren Beweisen basieren, die aktualisierte wissenschaftliche Methoden verwenden.
Wie stellen Sie fest, dass Greenwashing vorliegt?
Sie müssen durch objektive Untersuchung feststellen, dass eine Werbeaussage Ihres Wettbewerbers tatsächlich falsch ist, bevor Sie rechtliche Schritte einleiten. Die niederländische Wettbewerbsbehörde ACM wendet fünf Faustregeln an, die Sie als Prüfungsrahmen nutzen können. Nachhaltigkeitsbehauptungen müssen korrekt, klar, spezifisch und vollständig sein. Außerdem muss der Wettbewerber seine Behauptungen mit Fakten untermauern und diese aktuell halten können.
Überprüfen Sie, ob der Wettbewerber diese Kriterien erfüllt:
- Spezifität: Beschreibt die Behauptung, welchen konkreten Nachhaltigkeitsvorteil das Produkt hat?
- Untermauert: Basieren die Behauptungen auf verifizierbaren und anerkannten Beweisen?
- Ehrlichkeit: Sind Vergleiche mit anderen Produkten oder Unternehmen fair und korrekt?
- Messbarkeit: Werden zukünftige Nachhaltigkeitsambitionen konkret und messbar beschrieben?
- Klarheit: Sind visuelle Claims und Gütesiegel hilfreich und nicht verwirrend?
Halten Sie Ihre Befunde in einem schriftlichen Untersuchungsbericht mit Beweisen fest. Diese Dokumentation bildet die Grundlage für weitere rechtliche Schritte. Als Wettbewerber auf demselben Markt verfügen Sie meist über ausreichend Kenntnis, um die Richtigkeit von Behauptungen zu beurteilen. Stellen Sie sicher, dass die Untersuchung objektiv erfolgt und nicht lediglich auf Annahmen beruht.
Welche rechtlichen Schritte können Sie nach niederländischem Recht unternehmen?
Bei festgestelltem Greenwashing können Sie ein Mahnschreiben senden, in dem Sie fordern, dass die irreführende Werbeaussage eingestellt wird, gefolgt von einem einstweiligen Verfügungsverfahren, falls der Wettbewerber nicht oder ablehnend reagiert. Ein effektiver rechtlicher Ansatz folgt einer gestuften Strategie, bei der Sie den Druck schrittweise erhöhen.
Schritt 1: Mahnschreiben
Senden Sie einen formellen Brief an den Wettbewerber, in dem Sie erläutern, warum eine falsche Werbeaussage vorliegt. Verweisen Sie dabei auf Ihren Untersuchungsbericht und die ACM-Faustregeln. Im Mahnschreiben fordern Sie:
- Sofortige Einstellung der irreführenden Werbeaussage
- Gegebenenfalls Platzierung einer Richtigstellung bei schwerwiegender Irreführung
- Bei nachweisbarem Schaden: Zahlung von Schadensersatz
Geben Sie dem Wettbewerber eine angemessene Frist zur Reaktion, beispielsweise 14 Tage. Etwa 40% der Fälle werden bereits in dieser Phase gelöst, da Unternehmen ihre Behauptungen anpassen, um rechtliche Verfahren zu vermeiden.
Schritt 2: Einstweiliges Verfügungsverfahren
Wenn der Wettbewerber nicht oder ablehnend reagiert, starten Sie ein einstweiliges Verfügungsverfahren beim Vorsitzenden Richter. Dabei beantragen Sie:
- Ein Verbot der irreführenden Werbeaussage
- Zwangsgelder bei Übertretung des Verbots
- Richtigstellung zur Wiederherstellung des Schadens an Ihrer Reputation
- Erstattung der Prozesskosten
Der Vorsitzende Richter entscheidet meist innerhalb weniger Wochen. Ihr objektiver Untersuchungsbericht spielt eine wichtige Rolle bei der Beweisführung. Gerichtsgebühren für ein einstweiliges Verfügungsverfahren betragen ab € 664 für Rechtspersonen. Hinzu kommen Anwaltskosten, die von der Komplexität des Falls abhängen.
Schritt 3: Hauptverfahren für Schadensersatz
Falls das Greenwashing konkrete Umsatzverluste verursacht hat, können Sie in einem Hauptverfahren versuchen, den erlittenen Schaden vom Wettbewerber einzufordern. Der Schadensbeweis ist jedoch schwierig zu erbringen, da Sie nachweisen müssen, dass Verbraucher sich speziell aufgrund der irreführenden Behauptungen für den Wettbewerber entschieden haben und nicht für Ihre Produkte. Wirtschaftliche Untersuchungen oder Marktanalysen können dabei helfen.
Mögliche Schadensposten sind:
- Entgangener Umsatz durch Marktanteilsverlust
- Kosten für eigene Anpassungen an Nachhaltigkeitsbehauptungen
- Reputationsschaden und Imageverlust
- Kosten für Wiederherstellung der Marktposition
Ein Hauptverfahren dauert länger als ein einstweiliges Verfügungsverfahren, bietet jedoch die Möglichkeit zu vollständigem Schadensersatz. In etwa 30% der Fälle resultiert dies in einem Vergleich, bei dem der Wettbewerber schließlich zahlt.
Benötigen Sie Unterstützung bei rechtlichen Fragen nach niederländischem Recht? Ein deutschsprachiger Anwalt in Amsterdam kann Ihre spezifische Situation analysieren und über die erfolgversprechendste Strategie gegen irreführende Nachhaltigkeitsbehauptungen beraten.
Welche Rolle spielt die ACM bei Greenwashing in den Niederlanden?
Die niederländische Wettbewerbsbehörde ACM (Autoriteit Consument & Markt) überwacht aktiv irreführende Nachhaltigkeitsbehauptungen und kann Bußgelder bis zu € 900.000 oder 10% des Jahresumsatzes verhängen. Die ACM hat Ende Januar 2021 den „Leitfaden Nachhaltigkeitsbehauptungen“ veröffentlicht, in dem sie erklärt, wie Unternehmen die Verbraucherschutzgesetzgebung über unlautere Geschäftspraktiken anwenden müssen.
Meldung bei der ACM
Neben eigenem rechtlichen Vorgehen ist es ratsam, eine Meldung bei der ACM zu machen. Die Aufsichtsbehörde untersucht nicht jede Meldung, aber mehrere Beschwerden über dasselbe Unternehmen erhöhen die Dringlichkeit. Die ACM kann anschließend:
- Eine Untersuchung der Nachhaltigkeitsbehauptungen starten
- Das Unternehmen anschreiben mit der Forderung zur Anpassung
- Bei festgestellten Verstößen Bußgelder verhängen
- Verstöße zur Abschreckung veröffentlichen
Im Mai 2021 schrieb die ACM über 170 Unternehmen in den Sektoren Energie, Milchprodukte und Bekleidung an mit dem Aufruf, ihre Nachhaltigkeitsbehauptungen zu überprüfen. Die Aufsichtsbehörde hat danach die Wirkung kontrolliert und Ergebnisse veröffentlicht. Unternehmen wie DHL und PostNL passten ihre Nachhaltigkeitsbehauptungen nach Intervention durch die ACM an.
Sektorspezifische Aufmerksamkeit nach niederländischem Recht
Der Verkehrssektor erhält besondere Aufmerksamkeit von der ACM aufgrund der hohen Umweltauswirkungen und häufigen Greenwashing-Praktiken. Die Aufsichtsbehörde hat Maßnahmen gegen Kreuzfahrtunternehmen und Beförderer wie KPN, DHL und DPD ergriffen. Dieser Fokus schützt nicht nur Verbraucher, sondern auch ehrliche Unternehmen in diesen Sektoren vor unlauterem Wettbewerb.
Kann der niederländische Werberat helfen?
Sie können eine Beschwerde über Greenwashing beim niederländischen Werberat (Reclame Code Commissie) einreichen, der selbstregulierenden Instanz, die die Einhaltung der Werberegeln überwacht. Die Stichting Reclame Code wurde von Marktteilnehmern gegründet, um Selbstregulierung zu gewährleisten. Obwohl Entscheidungen des Werberats rechtlich nicht bindend sind, haben sie durchaus maßgeblichen Wert.
Vorteile einer Beschwerde beim RCC
Ein Beschwerdeverfahren beim niederländischen Werberat kennt folgende Vorteile:
- Niedrigere Kosten als ein juristisches Verfahren
- Schnellere Bearbeitung als über das Gericht
- Öffentliche Entscheidung, die Reputationsschaden verursacht
- Druck auf Wettbewerber, Behauptungen anzupassen
- Möglichkeit zur Kombination mit anderen rechtlichen Schritten
Circa 75% der Unternehmen passen ihre Werbeaussagen nach einer negativen Entscheidung des Werberats an, auch wenn dies rechtlich nicht verpflichtend ist. Der Reputationsschaden und die Publizität wirken präventiv. Sie können diesen Weg mit einer Meldung bei der ACM und einem zivilrechtlichen Verfahren für maximale Wirkung kombinieren.
Welche Folgen hat Greenwashing für den Wettbewerber nach niederländischem Recht?
Greenwashing führt zu Reputationsschaden durch Verbote und Richtigstellungen, Schadensersatzpflichten, möglicher Aufhebung von Verträgen und ACM-Bußgeldern zwischen € 900.000 und 10% des Jahresumsatzes. Diese Kombination von Sanktionen macht Greenwashing finanziell riskant für Unternehmen. Das Gericht Amsterdam verbot KLM 2024 irreführende Werbeaussagen über nachhaltige Treibstoffe und Aufforstung, was zu erheblicher negativer Publizität führte.
Zivilrechtliche Konsequenzen
Im Bereich von Verträgen zwischen Unternehmen gilt die Regelung über unlautere Geschäftspraktiken nicht. Jedoch bieten andere rechtliche Instrumente Schutz:
- Irrtum: Ohne die irreführende Behauptung wäre der Vertrag nicht geschlossen worden
- Nichtkonformität: Das Produkt oder die Dienstleistung entspricht nicht den Erwartungen
- Vertragsbruch: Verletzung von Nachhaltigkeitsverpflichtungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen
- Haftung: Ersatz des erlittenen Schadens durch Irreführung
Immer mehr Allgemeine Geschäftsbedingungen enthalten spezifische Nachhaltigkeitsanforderungen. Lieferanten an Supermärkte müssen beispielsweise oft bestimmte Umweltanforderungen erfüllen. Bei irreführenden Behauptungen können sie haftbar gemacht werden und Verträge können aufgehoben werden. Unternehmen sind dann wieder am Anfang und verlieren wertvolle Handelsbeziehungen.
Öffentlicher Reputationsschaden
Neben finanziellen Sanktionen verursacht Greenwashing bleibenden Reputationsschaden. Medienaufmerksamkeit für Gerichtsverfahren und ACM-Untersuchungen schadet dem Markenimage erheblich. Verbraucher und Geschäftspartner verlieren Vertrauen in das Unternehmen. Dieser Imageschaden ist oft kostspieliger als Bußgelder oder Prozesskosten, da die Wiederherstellung Jahre dauern kann.
Wie verändert sich die Gesetzgebung rund um Greenwashing im niederländischen Recht?
Am 26. März 2024 trat die Richtlinie zur Stärkung der Verbraucherposition für den grünen Wandel in Kraft, die spätestens am 27. März 2026 in den Niederlanden umgesetzt werden muss. Diese Richtlinie verschärft die Anforderungen an Nachhaltigkeitsbehauptungen erheblich. Unternehmen müssen zukünftige Umweltleistungen mit einem konkreten Aktionsplan untermauern, wobei messbare und zeitgebundene Ziele festgelegt werden.
Konzeptrichtlinie mit strengeren Anforderungen
Eine neue Konzeptrichtlinie stellt zusätzliche Mindestkriterien für Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz über € 2 Millionen auf:
- Umweltbehauptungen müssen auf anerkannten wissenschaftlichen Methoden und aktuellem technischem Wissen basieren
- Behauptungen müssen spezifizieren, ob sie das gesamte Produkt oder nur einen Teil betreffen
- Vergleichende Umweltbehauptungen kennen weitere Bedingungen
- Untermauert muss unabhängig von externen Parteien verifiziert werden
Diese strengere Regulierung macht es für Sie als geschädigtes Unternehmen einfacher, Greenwashing nachzuweisen. Wettbewerber können sich weniger hinter vagen Formulierungen oder unkontrollierten Behauptungen verstecken. Außerdem vergrößert die verpflichtende externe Verifizierung die Zuverlässigkeit von Nachhaltigkeitsbehauptungen auf dem Markt.
Praktische Auswirkungen für Unternehmen
Die verschärfte Gesetzgebung führt zu höheren Compliance-Kosten für alle Unternehmen, die Nachhaltigkeitsbehauptungen aufstellen. Externe Verifizierung und wissenschaftliche Untermauert erfordern Investitionen in Forschung und Zertifizierung. Gleichzeitig schafft dies ein gerechteres Spielfeld, bei dem ehrliche Unternehmen für ihre tatsächlichen Nachhaltigkeitsbemühungen belohnt werden. Unternehmen, die jetzt in korrekte Behauptungen investieren, erhalten in einigen Jahren Wettbewerbsvorteile.
Lassen Sie sich von unserem deutschsprachigen Team in Amsterdam beraten, um Ihre Rechte nach niederländischem Recht optimal zu schützen und irreführende Werbeaussagen wirksam zu bekämpfen.
Welche Beweislast liegt bei Ihnen als geschädigtem Unternehmen nach niederländischem Recht?
Sie müssen objektiv nachweisen können, dass die Nachhaltigkeitsbehauptung Ihres Wettbewerbers faktisch falsch ist und dass diese Behauptung für den durchschnittlichen Verbraucher irreführend wirkt. Die Beweislast liegt bei Ihnen als klagende Partei. Daher ist gründliche Voruntersuchung essenziell, bevor Sie rechtliche Schritte einleiten. Ein Amsterdamer Unternehmen in der Bekleidungsindustrie sammelte beispielsweise drei Monate lang Beweise über CO2-Ausstoß-Behauptungen eines Wettbewerbers, bevor es ein einstweiliges Verfügungsverfahren startete.
Elemente starken Beweismaterials
Effektives Beweismaterial enthält:
- Technische Analyse: Unabhängige Untersuchung der tatsächlichen Nachhaltigkeit von Produkten oder Dienstleistungen
- Vergleichende Untersuchung: Objektiver Vergleich mit Branchennormen und wissenschaftlichen Standards
- Dokumentation: Screenshots, Werbeanzeigen, Websites und andere Äußerungen des Wettbewerbers
- Verbraucherforschung: Umfragen, die nachweisen, dass Verbraucher irregeführt werden
- Marktanalyse: Daten über Marktanteilsverschiebungen und Umsatzverluste
Bewahren Sie alle Kommunikation mit dem Wettbewerber sorgfältig auf. E-Mails, Briefe und andere Korrespondenz können nachweisen, dass Sie korrekt versucht haben, die Angelegenheit gütlich zu lösen. Richter schätzen konstruktive Lösungsversuche, bevor Sie zum Gericht gehen. Dies stärkt Ihre Position in einem eventuellen Verfahren erheblich.
Sachverständige einschalten
Erwägen Sie die Beauftragung technischer Experten oder Umweltberater, die einen unabhängigen Bericht erstellen können. Solche Expertisen haben große Beweiskraft beim Gericht. Kosten für Expertisen können später möglicherweise von der verlierenden Partei eingefordert werden. Eine spezialisierte Anwaltskanzlei in Amsterdam kann Sie über die effektivste Beweisstrategie für Ihre spezifische Situation beraten.
Wie vermeiden Sie selbst Beschuldigungen von Greenwashing im niederländischen Recht?
Untermauern Sie Ihre eigenen Nachhaltigkeitsbehauptungen mit verifizierbaren Fakten, verwenden Sie spezifische und vollständige Informationen und lassen Sie Behauptungen unabhängig überprüfen, um rechtliche Risiken zu minimieren. Prävention ist kostengünstiger als rechtliche Verfahren. Circa 85% der Greenwashing-Behauptungen könnten durch korrekte Untermauert und Verifizierung im Vorfeld vermieden werden.
Best Practices für ehrliche Nachhaltigkeitsbehauptungen
Befolgen Sie diese Richtlinien für Ihre eigenen Behauptungen:
- Verwenden Sie konkrete Zahlen und Prozentsätze mit klarem Kontext
- Nennen Sie den Umfang Ihrer Behauptung (Produkt, Verpackung, Produktionsprozess)
- Basieren Sie Behauptungen auf unabhängig verifizierten Daten
- Aktualisieren Sie Behauptungen regelmäßig auf Basis neuer Erkenntnisse
- Vermeiden Sie allgemeine Begriffe wie „grün“ oder „nachhaltig“ ohne Spezifikation
- Verwenden Sie anerkannte Gütesiegel und Zertifizierungen wo möglich
Achten Sie besonders auf das Kleingedruckte in Verträgen mit Kunden und Lieferanten. Nachhaltigkeitsverpflichtungen werden zunehmend spezifischer und messbarer formuliert. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Organisation tatsächlich erfüllen kann, was Sie in vertraglichen Vereinbarungen versprechen. Verletzung hiervon kann zu Haftung und Aufhebung lukrativer Verträge führen.
Kontaktieren Sie einen spezialisierten Anwalt für rechtliche Beratung zu Ihrer Nachhaltigkeitskommunikation. Eine präventive Prüfung Ihrer Marketingaussagen kostet weniger als ein rechtliches Verfahren im Nachhinein. Deutschsprachige Anwälte in Amsterdam mit Erfahrung im Wettbewerbsrecht und Werberecht können Ihre Behauptungen auf rechtliche Haltbarkeit beurteilen.
Warum ist schnelles Handeln wichtig?
Je länger irreführende Nachhaltigkeitsbehauptungen Ihres Wettbewerbers unwidersprochen bleiben, desto mehr Schaden erleiden Sie an Marktposition und Umsatz und desto schwieriger wird es, Verbraucher zurückzugewinnen. Außerdem kann Verzögerung beim Vorgehen Ihre Position in einem rechtlichen Verfahren schwächen. Richter können fragen, warum Sie nicht früher Maßnahmen ergriffen haben, wenn die Irreführung tatsächlich so schädlich war.
Wettbewerbsnachteile durch Greenwashing
Irreführende Nachhaltigkeitsbehauptungen verursachen direkte Wettbewerbsnachteile:
- Verbraucher wählen auf Basis falscher Informationen den Wettbewerber
- Ihre Investitionen in echte Nachhaltigkeit lohnen sich weniger
- Preiswettbewerb wird verzerrt, da Greenwashing billiger ist als echte Nachhaltigkeit
- Ihre Reputation leidet, da Verbraucher alle Nachhaltigkeitsbehauptungen mit Argwohn betrachten
- Geschäftspartner zweifeln am Wert von Nachhaltigkeitszertifizierungen
In Sektoren, wo Nachhaltigkeit ein wichtiger Kauffaktor ist, kann Greenwashing durch einen Akteur das Vertrauen in die gesamte Branche schädigen. Daher haben auch Branchenorganisationen Interesse an Durchsetzung gegen Greenwashing.
Welche Kosten sind mit rechtlichem Vorgehen nach niederländischem Recht verbunden?
Die Kosten für rechtliches Vorgehen gegen Greenwashing variieren von einigen tausend Euro für ein Mahnschreiben bis € 15.000 oder mehr für ein einstweiliges Verfügungsverfahren inklusive Anwaltskosten. Bei Gewinn können Sie einen Teil dieser Kosten von der verlierenden Partei nach dem Liquidationstarif einfordern. Hauptverfahren für Schadensersatz sind teurer, können aber substantielle Beträge einbringen.
Kostenspezifikation
Eine realistische Kostenkalkulation enthält:
- Voruntersuchung: € 2.000 bis € 5.000 für objektive Analyse und Dokumentation
- Mahnschreiben: € 1.000 bis € 2.500 abhängig von Komplexität
- Gerichtsgebühr einstweiliges Verfügungsverfahren: € 664 für Rechtspersonen
- Anwaltskosten einstweiliges Verfügungsverfahren: € 5.000 bis € 15.000 abhängig von Sitzungen und Komplexität
- Sachverständigengutachten: € 3.000 bis € 10.000 für technische Analyse
- Hauptverfahren: ab € 10.000 bei unbestrittenen Fällen bis € 50.000 oder mehr bei komplexen Streitigkeiten
Circa 60% der Prozesskosten können von der verlierenden Partei über den Liquidationstarif eingefordert werden. Die tatsächlichen Anwaltskosten liegen meist höher, wodurch ein Teil auf eigene Rechnung bleibt. Erwägen Sie daher auch alternative Streitbeilegung wie Mediation, wenn der Wettbewerber bereit ist zu verhandeln.
Kosten-Nutzen-Analyse
Erstellen Sie vorab eine Kosten-Nutzen-Analyse. Berechnen Sie Ihren geschätzten Umsatzverlust durch das Greenwashing und vergleichen Sie dies mit den Prozesskosten. Bei Umsatzverlusten über € 50.000 wiegt rechtliches Vorgehen meist auf. Außerdem müssen Sie den strategischen Wert einbeziehen: Das Stoppen irreführender Behauptungen schützt Ihre langfristige Marktposition und verhindert weiteren Schaden.
Kontaktieren Sie unsere Kanzlei für eine persönliche Beratung durch einen deutschsprachigen Anwalt in Amsterdam zu Ihrer konkreten Rechtsfrage. Viele Kanzleien bieten ein erstes Gespräch ohne Kosten an, bei dem sie einschätzen, ob rechtliches Vorgehen erfolgversprechend ist und welche Kosten und Erträge zu erwarten sind. Dies hilft Ihnen, eine informierte Entscheidung über Folgeschritte zu treffen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kosten sind mit einem einstweiligen Verfügungsverfahren gegen Greenwashing verbunden?
Die Gerichtsgebühren für ein einstweiliges Verfügungsverfahren in den Niederlanden betragen ab € 664 für Rechtspersonen. Zusätzlich fallen Anwaltskosten an, deren Höhe von der Komplexität des Falls abhängt. Der Vorsitzende Richter entscheidet meist innerhalb weniger Wochen über Ihren Antrag. Bei Erfolg können Sie die Erstattung der Prozesskosten vom Wettbewerber fordern. Etwa 40% der Fälle werden bereits vor einem Gerichtsverfahren gelöst, nachdem ein formelles Mahnschreiben versandt wurde.
Wie hoch können Bußgelder der niederländischen ACM bei Greenwashing ausfallen?
Die niederländische Wettbewerbsbehörde ACM kann bei irreführenden Nachhaltigkeitsbehauptungen Bußgelder bis zu € 900.000 oder 10% des Jahresumsatzes eines Unternehmens verhängen. Die ACM überwacht aktiv Greenwashing-Praktiken und hat dafür Ende Januar 2021 den „Leitfaden Nachhaltigkeitsbehauptungen“ veröffentlicht. Mehrere Beschwerden über dasselbe Unternehmen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Aufsichtsbehörde eine Untersuchung einleitet. Sie können neben einem eigenen rechtlichen Vorgehen auch eine Meldung bei der ACM einreichen.
Was muss ich nachweisen, um Schadensersatz wegen Greenwashing zu erhalten?
Sie müssen nachweisen, dass Verbraucher sich speziell aufgrund der irreführenden Nachhaltigkeitsbehauptungen für den Wettbewerber entschieden haben und nicht für Ihre Produkte. Dieser Schadensbeweis ist schwierig zu erbringen und erfordert oft wirtschaftliche Untersuchungen oder Marktanalysen. Mögliche Schadensposten umfassen entgangenen Umsatz durch Marktanteilsverlust, Reputationsschaden und Kosten für die Wiederherstellung Ihrer Marktposition. In etwa 30% der Hauptverfahren resultiert dies in einem Vergleich, bei dem der Wettbewerber schließlich Schadensersatz zahlt.




